Vorträge im Rahmen der PLA 2017

Unsere Vorträge behandeln dieses Jahr das Thema "Links, rechts - ¿Adónde vamos? Politische Entwicklungen in Lateinamerika". Bei der Auswahl der Vortragsthemen und der Referenten haben wir darauf geachtet, dass möglichst viele Länder Lateinamerikas aus einem geschichtlichen und aus einem aktuellen Blickwinkel von Referenten aus den unterschiedlichsten Bereichen beleuchtet werden. 

 

Die Vorträge werden auf Deutsch, Portugiesisch und Spanisch gehalten. Zu jeder Zeit wird aber ein Vortrag auf Deutsch stattfinden. Zum Ablaufplan geht es hier.


Eröffnungsvortrag:

Lateinamerika in einer sich wandelnden Welt - mit Fokus auf den Entwicklungen auf Kuba - Deutsch

Referent: Herr Prof. h.c. Dr. h.c. Ernesto Pinto-Bazurco Rittler

 

Die USA sind in Lateinamerika eine dominierende Macht, die dafür sorgt, dass Lateinamerika unter ihrem Einfluss steht. Dazu wurde mit aller Mühe ein demokratisches System, zu den Werten der USA passend etabliert und die freie Marktwirtschaft gefördert. Dabei wurde nicht gezögert den Sturz von Regierungen sozialistischer Tendenz und damit den Aufstieg rechter Diktaturen zu fördern. Die spannendste und beachtlichste Ausnahme war und ist seit fünfzig Jahren Kuba. Kuba konnte sein revolutionäres Staatsmodell effizient durchsetzen ohne dem Einfluss der Vereinigten Staaten zu unterstehen. Unterstützung und Vorbild war Kuba die Sowjetunion, welche mit ihrer zentralen Planwirtschaft Modell stand, beflügelt von einer importierten Ideologie deutscher Herkunft: dem Marxismus und bürgerlichen sowie staatlichen Kontrollsystemen, wie etwa die der Stasi in der Deutschen Demokratischen Republik

 

Derzeit lässt sich in Lateinamerika keine bestimmte Strömung von linkem oder rechtem Extremismus erkennen. Eine Kategorisierung kann wenn überhaupt durch die Zusammenschlüsse der Unasur oder die Pazifik-Allianz getroffen werden. Zwar stehen manche Länder beiden Organisationen nah. Jedoch ist meist eine Tendenz in die eine oder andere Richtung zu erkennen. Aus eben diesem Grunde sind internationale Beobachter, darunter auch Diplomaten, die einen Überblick über weltpolitische Themen haben, diejenigen, welche über diesbezüglich aktuelle Trends eine effektive Annäherung vorzunehmen vermögen.

 

Heute stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Länder eingeordnet werden können. In meinem Werk „Moderne internationale Beziehungen“ schlage ich die Möglichkeit vor eine solche Einordnung über die Effizienz und Effektivität der Länder als verbindendes Merkmal oder aber auch die Unmöglichkeit eines Zusammenschlusses mit bestimmten Ländern als Gemeinsamkeit zu sehen. Hierfür ist die Analyse und akademische Diskussion im Rahmen der Passauer LateinAmerikagespräche unerlässlich und wird ein sehr wichtiger Beitrag zum Diskurs sein. 

Die Lateinamerikapolitik der USA - von Obama zu Trump - Deutsch

Referent: Prof. Dr. phil. habil. Wolfgang Muno

 

Der Amtsantritt Donald Trumps war mit ersten Schockwellen verbunden. Eine Mauer zu Mexiko, ein Ende der traditionellen Freihandelspolitik, die Abschiebung illegaler Latinos, Trump scheint den im Wahlkampf versprochenen radikalen Wandel einlösen zu wollen. Einen Wandel versprach auch schon Obama, "Change" war das Motto. Welche Lateinamerikapolitik wurde unter Obama verfolgt? Gab es den versprochenen Wandel? Welche Politik verfolgt Trump? Anhand wichtiger Ereignisse und Politikfelder (z.B. War on Drugs, NAFTA/Freihandel, Kuba) wird diesen Fragen nachgegangen.

Perú: Reorientación en la política del medio ambiente

Referent: Daniel Cáceres Bartra

 

Perú es un país que es conocido por todavía cometer el grave error de poner su economía antes de su ecología. Durante las elecciones de 2016 los ecologistas esperaban que Perú tuviera aprobado su primera área marina protegida. El resultado de las elecciones no parecía importar porque todos estaban seguros de que el presidente Ollanta Humala iba a firmar su creación antes de que su mandato terminará en julio de 2016. Pero, ¿qué pasaría si no lo firmara?

 

Lamentablemente el presidente terminó su mandato presidencial y no creó el área marina protegida. Durante la campaña presidencial el Partido de izquierda ofrecía una conciencia ambiental. Este partido quedó tercero en dicha elección. Los ciudadanos peruanos ahora tienen como presidente a Pedro Pablo Kuczynski (PPK) un gran economista pero el océano de Perú, uno de los océanos más ricos del mundo, todavía no tiene un área marina protegida en su área que alberga 70% de su biodiversidad; el “Pacífico Tropical”.

 

Ahora, desde una perspectiva juvenil: ¿hacia dónde se dirigirán las medidas de conservación peruanas?, ¿y cómo afectarán las decisiones políticas los esfuerzos y motivaciones de hoy? ¿Como se ve el relevo generacional actual?

Aus der Traum? - Zeitwende in Lateinamerika - Deutsch 
Referent: Prof. Dr. Klaus Bodemer

 

Noch vor wenigen Jahren konnte die lateinamerikanische Linke  nie dagewesene Erfolge feiern. Mehr als die Hälfte der Länder der Region wurde „links“ regiert. Nach der Wahl von Mauricio Macri in Argentinien, dem Verzicht von Rafael Correa auf eine weitere Kandidatur in Ecuador, dem Nein der BolivianerInnen zu einer vierten Präsidentschaftskandidatur von Evo Morales und dem vorzeitigen Ende der Regierung Dilma Rousseff in Brasilien scheint die Herrschaft der Linken in der Region an ihr Ende gelangt zu sein. Stimmt das? Wenn ja, was kam zu einem Ende? Erleben wir eine Rückkehr zum Neoliberalismus der 90er Jahre?

 

Der Vortrag befasst sich mit der mehrheitlich diagnostizierten „Zeitenwende“ anhand von drei Fragenkomplexen, wobei Brasilien, Venezuela und Argentinien im Mittelpunkt stehen:

 

1. Bilanz der Linksregierungen Was hatten sie gemeinsam, wie unterscheiden sie sich  in ihren „Träumen“? Was wurde erreicht? Was waren ihre zentralen Versäumnisse, Missverständnisse und Fehler? Woran sind sie letztendlich gescheitert?

 

2. Aktuelle Lage: Wo stehen die Träger des linken Projekts heute? Welche politischen Kräfte befinden sich mit Blick auf die Wahljahre 2017 und 2018 auf dem Vormarsch? Was bedeutet das für die Menschen, die in diesen Staaten leben? Wer verliert, wer gewinnt mit der Krise?

 

3. Blick in die Zukunft: Ist der Linkstraum endgültig zerplatzt? Erleben wir eine Rückkehr in die Vergangenheit? Welche Changen haben die Mitte-Rechtskräfte, ihre Politik umzusethen angesichts eines Präsidenten Trump, dessen "America first"-Vision im Verbund mit seinen handelspolitischen Vorstellungen denen der neuen Mitte-Rechts-Regierungen diametral zuwider laufen? Ergeben sich aus der isolationistischen Politik Trumps vielleicht auch neue Chancen für Lateinamerika? Und schließlich: Auf welche Seite schlagen sich die progressiven sozialen Bewegungen? Gibt es bereits Anzeichen, dass eine neue Linke entsteht? 

Entre o altar da esquerda e o purgatório da direita: Um comentário crítico sobre "As Veias abertas na América Latina", de Euduardo Galeano - Portugiesisch

Referent: Dr. Paulo Rogério Melo de Oliveira

 

Desde que foi lançado, em 1971, As Veias Abertas da América Latina, do escritor e ensaísta uruguaio Eduardo Galeano, tornou-se uma referência, um símbolo de resistência e de luta das esquerdas latino-americanas contra o que denominam de ações imperialistas e exploração de grupos estrangeiros e seus consortes locais na região. Paralelamente, sobretudo nas duas últimas décadas, com a emergência de governos de esquerda na América do Sul, a obra e o autor vêm sendo alvo de duras críticas de intelectuais e ativistas situados politicamente à direita. A intenção, ao que parece, é desmistificar a obra e as teses que a constituem com o intuito de salientar as fragilidades e inconsistências que sustentam a visão histórica das esquerdas latino-americanas. Se de um lado, a obra é celebrada e cultuada como essencial para entender o processo de exploração e expropriação das Américas e o persistente atraso regional, de outro, ela é vista como superada, irrelevante, equivocada, e um atestado do atraso político da esquerda. Todavia, entre o altar em que foi colocada pela esquerda e o purgatório ao qual foi condenado pela direita, abre-se um rico espaço para o exercício da crítica política e historiográfica que considere o contexto de produção da obra, os debates intelectuais e os círculos frequentados por Galeno e, ao mesmo tempo, aponte o que a obra ainda tem de atual e o que efetivamente ficou para trás. Mais do que um catecismo guevarista ou uma síntese histórico-econômica obrigatória da América Latina, como queiram seus detratores ou admiradores, As Veias Abertas, uma das obras mais influentes do continente, apresenta-se como um documento valioso para entendermos como pensava, e como ainda pensa, uma grande parcela da intelectualidade da esquerda latino-americana. Do mesmo modo, as manifestações de setores da direita em relação à obra e o autor são reveladoras da maneira como, historicamente, pensaram e pensam a América Latina.

Ölrente und Entwicklung in Venezuela: Der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" in der Krise  - Deutsch

Referent: Prof. em. Andreas Boekh Ph.D.

 

In dem Vortrag wird es darum gehen, die verschiedenen Phasen der renteninduzierten und rentenabhängigen Entwicklung Venezuelas und die ihnen zugrunde liegenden Konzepte zu erläutern. Der Schwerpunkt wird dabei auf dem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ liegen, der trotz der sozialistischen Rhetorik eine starke Ähnlichkeit mit der im Laufe der 1970er Jahren verfolgten staatskapitalistischen Entwicklungsstrategie aufweist. Beide Ansätze sind fulminant gescheitert, wobei die Gründe für das Scheitern ebenfalls eine große Ähnlichkeit aufweisen und nur z.T. in dem  Preisverfall des fast einzigen Exportgutes des Landes zu suchen sind.

 

Alemania y las potencias emergentes latinoamericanas - Cambio de poder global y la otra relación transatlántica - Spanisch

Referent: Zirahuén Villamar

 

En el siglo XXI la literatura de Relaciones Internacionales y los discursos de política exterior han señalado un contexto mundial de cambio de poder global (global shift) y han discutido el papel que países y regiones juegan en dicha transformación. La política exterior alemana no es excepción, así como tampoco aquella de algunos países latinoamericanos cuyo peso económico y político les ha dado mayor protagonismo en el sistema bajo la designación genérica de “potencias emergentes”. Ante tal escenario, los países en ambos lados del Atlántico han buscado reforzar sus relaciones bilaterales, e igualmente su coordinación en foros y organizaciones internacionales.

El interés sobre Latinoamérica en Alemania está focalizado, pero es robusto, y la literatura sobre la región es abundante. En contraste, la atención que esta (la otra) relación transatlántica recibe es notablemente menor; y mucho más limitado ha sido el abordaje del vínculo América Latina-Alemania en la perspectiva de potencias emergentes.

En el marco de los PLA 2017 se propone intercambiar con los participantes algunos hallazgos de mi investigación a preguntas como: ¿Cuál ha sido el camino y características de este fragmento de la relación germano-latinoamericana? ¿Cuáles son las variables que han determinado tal desarrollo? ¿Qué impactos tiene para los países involucrados? ¿y para el resto de América Latina? Por último, se propone a los asistentes intentar responder juntos la interrogante ¿qué futuro se vislumbra para la relación entre los países examinados en los tiempos de Trump & Co.? 

Ficciones del dinero - Geldfiktionen und Wirtschaftspolitik im argentinischen Kino seit der Jahrtausendwende

Workshopleiter: Sven Pötting

 

In feuilletonistischen, zeitdiagnostischen, aber auch kultur- und literaturwissenschaftlichen Debatten über die jüngste globale Finanzkrise haben die Semantik des Unheimlichen und die Metaphorik des Gespensts große Beliebtheit erlangt. Zu nennen sei etwa Joseph Vogls Buch Das Gespenst des Kapitals. Der Autor arbeitet in seinem Werk den wirklichkeitsfernen Kern der Wirtschaftswissenschaft heraus und verfolgt über einen großen Zeitraum, auf welch fiktionalem Grund die aberwitzigsten ökonomischen Theoreme aufgestellt wurden. Einen rationalen Markt gibt es nicht, die Unterscheidung von realen und fiktiven Werten ist laut Vogl aufgehoben. Dass die Ökonomie selbst den Status des Fiktiven oder Spekultativen hat, wird immer wieder in den jüngsten Debatten zum Finanzmarktkapitalismus erwähnt. Man spricht etwa vom "Referenzschwund des Ökonomischen" oder der "Verflüssigung ökonomischer Prozesse". Es heißt, dass das Geld keinen Wert "an sich" habe. Wie das mit Text bedruckte Papier des Romans (oder auch des Film-Drehbuches), kann der mit Zahlen bedruckte Geldschein ebenfalls als dadurch gekennzeichnet erachtet werden, dass er etwas glauben machen will. Im Kern der Bestimmung beider, des Textes und des Geldscheins, liegt somit - überspitzt gesagt - ein Fiktionsakt.

Ausgehend von diesen Überlegungen, möchte ich in dem Workshop anhand von Dokumentar- und Spielfilmen aus den letzten 20 Jahren nachzeichnen, wie sich in der argentinischen Kultur ein Reflexionsmodus über Geld entwickelt hat, der nicht zuletzt in Krisenkontexten (wie etwa im Zuge des Staatsbankrotts 2001/2002, der in einer gravierenden sozialen und politischen Krise des Landes mündete) beständige Neuinterpretationen erfährt. Wie werden im argentinischen Kino in unterschiedlichen Gattungen und verschiedenen Genres die Krisen selbst dargestellt? Wie werden die Krisengewinner und Krisenverlierer gezeichnet? Im Zentrum der Untersuchung steht einer der erfolgreichsten Filme des sogenannten "Nuevo Cine Argentino": die Komödie Nueve reinas von Fabián Bielinsky aus dem Jahr 2000.

La nueva canción latinoamericana en Chile y Venezuela - Spanisch

Workshopleiter: Guillermo Pérez Moya, David Guevara Freites

 

El taller desarrollará el tema de “autor comprometido” a través de una de sus manifestaciones artísticas más difundidas, la “canción protesta”. El movimiento conocido como la “nueva canción latinoamericana” se manifestó en varios países de la región en medio de circunstancias políticamente polarizadas y en las que la esta música asumió un rol de promoción y divulgación de los ideales de izquierda.

Concretamente, se ahondará en la manera en que esta se ve manifestada en Chile durante dos momentos históricos particulares. El primero de estos momentos comprende desde la génesis del movimiento de la “Nueva Canción Chilena” hasta el golpe militar del 11 de septiembre de 1973, el cual dio lugar a una dictadura que se prolongaría por 17 años. El segundo momento al que este taller hará referencia es el presente. La metodología empleada consistirá principalmente en analizar obras seleccionadas de tres exponentes de la canción protesta en Chile: Violeta Parra, la piedra fundamental de la canción protesta en Chile; Víctor Jara, líder del movimiento de la “Nueva Canción Chilena” y Portavoz, representante contemporáneo del movimiento creativo comprometido. Para poder entender la envergadura de la protesta, será necesario también contextualizar cada uno de estos momentos y referirnos a la situación social, política y cultural de cada uno de ellos. A través de este análisis, el taller buscará dar respuesta a la siguiente interrogante: A pesar de la distancia cronológica entre el primer y el segundo momento, ¿es posible encontrar similitudes en la narrativa, evidenciada en la canción protesta, entre autores generacionalmente tan distantes?  Este análisis se constituye, a la vez, en un viaje a través del tiempo y la memoria de un país hermoso en su naturaleza, lleno de gente muy trabajadora y esforzada.

En la segunda parte del taller se abordará la faceta venezolana de este movimiento. La obra artística del cantautor venezolano Alí Primera estuvo inspirada por las circunstancias políticas, económicas y sociales que caracterizaron tanto a Venezuela como al resto de la región. En este caso, mediante el taller se tratará de abordar el caso venezolano de manera diacrónica para evaluar hasta qué punto las denuncias realizadas durante el apogeo de este movimiento musical pudieran seguir vigentes en el marco de un país gobernado por la llamada “Revolución Bolivariana” desde hace casi 18 años. Para ello se analizarán fragmentos de las canciones de Alí Primera a la luz de las circunstancias vividas por el país en aquel momento y posteriormente se reflexionará sobre la obra artística de este cantautor en el contexto actual para evaluar su posible vigencia en el marco de los desafíos que ha enfrentado Venezuela en los últimos años.

 Doku meets Fiction: Das Spiel mit der Wirklichkeit im Theater

Workshopleiterin: Daphne Ebner

 

Wie lassen sich gegenwärtige Thematiken und soziopolitische Fragestellungen einem breiten Publikum vermitteln? Wie können wir den Fokus auf Lateinamerika-spezifische Inhalte richten, die in der Tagespresse häufig als Randnotiz zu verschwinden drohen? Lassen sich Unterhaltung und politisches Sendungsbewusstsein verbinden?

Das Theater befragt seit je her die Wirklichkeit und zeigt die Welt im Spiegel der Bühne. Als Heterotopie bezeichnet der französische Philosoph Michel Foucault daher das Theater, als Gegenort, wodurch ein Abbild der Welt und zugleich ihr utopisches Gegenteil gezeigt werden. Aber wie lassen sich aktuelle gesellschaftspolitische Themen konkret auf die Bühne bringen? Und welcher formale Ansatz ist dafür der richtige? Lassen sich Freihandelsverträge, Neo-Kolonialismus und machismo überhaupt abbilden im traditionellen Repräsentationstheater und durch den Sicherheitsabstand der Guckkastenbühne? Oder werden dadurch genau jene Macht- und Repräsentationsmechanismen reproduziert, die doch eigentlich kritisch befragt werden sollen?

Zwei Beispiele werden wir in dem Workshop theoretisch wie praktisch auf der Suche nach Alternativen zu gängigen Darstellungsweisen untersuchen: Zum einen den spanisch-deutschen Theaterabend "Malinche - Ein Herrenabend", der das Problem der Übersetzung wie auch die historische Malinche-Rezeption zum Thema hat. Malinche war die dreisprachige Dolmetscherin von Hernán Cortés, die entscheidend zum Erfolg der Konquista beigetragen hat. Als zweites Beispiel befassen wir uns mit dem interaktiven Theaterspiel "Utopoly - Ein Spiel mit möglichen Welten". "Utopoly" setzt auf die Partizipation des Publikums. Ziel dabei ist es, aus passiven TheaterzuschauerInnen aktive SpielerInnen zu machen, die sich mit alternativen Wirtschaftsmodellen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzen. Einige dieser Modelle, wie die Charter Cities von Paul Romer, wurden bereits in Lateinamerika erprobt und vermitteln einen Vorgeschmack auf mögliche Zukunftsszenarien, die auch die übrigen Kontinente und sogar das staatenlose, offene Meer tatsächlich ereilen könnten. 

Für die Teilnahme am Workshop sind keine Theatervorkenntnisse notwendig, gerne jedoch (rudimentäre) Kenntnisse in einer Fremdsprache.

La autoestima del joven latinoamericano

Workshopleiterin: Mariana Romero

 

Cómo se siente el joven en Latinoamérica respecto a su país, su compromiso con el desarrollo a la participación en la política.  Desde el punto de vista europeo Latinoamérica sigue siendo para la gran mayoría un lugar para vivir aventuras y descubrir  culturas milenarias precolombinas. Qué pasa si tomamos al país „en serio“ con democracia en formación, el anhelo del desarrollo y sus problemas como corrupción, criminalidad, pobreza.

 

 

Ein binationales Versagen: die deutsch-chilenische Sekte Colonia Dignidad - Deutsch

Workshopleiter: Benjamin Álvarez

 

Folter, sexueller Missbrauch an Minderjährigen, Zwangsarbeit: Die im Süden Chiles gegründete Sekte Colonia Dignidad gehört zum schwärzesten Kapitel der bilateralen Beziehung zwischen Deutschland und Chile. Die größtenteils aus Deutschland ausgereisten Siedler mussten auf dem landwirtschaftlichen Gelände jahrzehntelang Zwangsarbeiten ausführen. Der Verehrungskult zum Anführer Paul Schäfer und die strenge Hierarchie innerhalb der Sekte wurden mit drakonischen Strafen aufrechterhalten. Durch Isolierung und Trennung von Familien sowie dem Verbot sozialer Beziehungen, wurden 400 Einwohner von der Außenwelt abgeschirmt, manipuliert und ausgenutzt. Die deutsche Botschaft in Santiago sowie die chilenische Regierung sind nicht gegen die Sekte vorgegangen, entflohene Sektenmitglieder wurden trotz vielzähligen und gravierenden Vorwürfen zurückgeschickt. Nach der Verhaftung und dem Tod Schäfers wurde die Colonia Dignidad in "Villa Baviera" (Bayerisches Dorf) umbenannt. Wo früher gefoltert wurde, können heute Hochzeiten und Großveranstaltungen gefeiert werden. Viele der geschädigten Opfer leben heute noch dort und die, die den Ausstieg geschafft haben, sind auf Billigjobs und Sozialhilfe angewiesen. Eine richtige Aufarbeitung fand nie statt.

Im Rahmen des Workshops wird auf die Geschichte und die aktuelle Situation der "Villa Baviera" sowie auf Themen, wie die Frage nach der Verantwortung und der aktuellen Entwicklungen eingegangen. Dazu werden unter anderem Videoausschnitte verwendet um eine interaktive Bearbeitung des Themas anzuregen.


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